Orlen im Taunus
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Orlen's Geschichte

 
Das um 1339 erstmalig erwähnte Dorf hieß um 1364 Urlon.

Für seinen Ursprung dürfte das Kastell Zugmantel, nahe der Aarquelle am Kreuzungspunkt der alten Hühnerstraße mit dem Limes, von Bedeutung gewesen sein. Hier fanden um 1900 planmäßige Ausgrabungen statt; Fundstücke werden in der Saalburg aufbewahrt. Wall- und Grabenreste sowie zwei Rundschanzen sind noch erkennbar, ein Wachtturm wurde rekonstruiert.

Als überregionaler Verkehrsweg kam in jüngerer Zeit die Eisenstraße in Ost-West-Richtung hinzu. 1526 lebten 56 Hörige und zwei Freie (23 Familien) im Dorf. Nach dem 30jährigen Krieg kamen zu den wenigen Überlebenden belgische Köhler und pfälzische Flüchtlinge. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts blieb die Zahl der Bewohner unter 600, heute liegt sie um 1300. Bis 1908 gab es einen bedeutenden Viehmarkt.

Im unregelmäßig runden Ortskern am Orlenbach bildet die Kirche mit Kirchhof den Mittelpunkt. Traditionelle Straßennamen haben sich hier weit gehend erhalten: Ober-, Mittel-, Unter- und Hintergasse benennen die topographische Situation. Ober- und Untergasse stellen radiale Begrenzungen dar, während die Mittelgasse den Ort durchschneidet. Kirchgasse (Auf dem Kirchkoppel), Schulgasse (Schmiedegasse) und Borngasse nahmen Bezug auf entsprechende Gebäude bzw. einen Brunnen. Nach der Überlieferung soll das Dorf vor dem 30jährigen Krieg südlicher gelegen haben, der Flurname Hostert (Hofstätte) gibt darauf vielleicht einen Hinweis. In der Untergasse, am heutigen Südrand des Ortskernes, ist noch ein auf das 16. Jahrhundert zurückgehendes Wohnhaus erhalten. Zur Ortsmitte gehörten früher die alte einklassige Schule sowie das Backhaus, das bis um 1920 in Benutzung war. Die 1872 erbaute neue Schule war das erste Backsteingebäude am Ort. 1872 gab es zwei Gastwirtschaften, eine davon in der alten Schule. 1834 wurde der Friedhof angelegt, 1867 erweitert, 1876 das Spritzenhaus erbaut. 1890 waren im Dorf vier Laufbrunnen mit gusseisernen Trögen in Betrieb. Der Ensemblewert, der der Ortsmitte um die Kirche noch in den 1970er Jahren zugesprochen wurde, ist heute nicht mehr festzustellen. Gehöft Mittelgasse 5, Backstein, kurz vor 1900, in der Erscheinung verändert. Ein Brunnentrog wurde zweckentfremdet als Blumenkübel an der Ecke Breithardter Weg/Mittelgasse aufgestellt. Als Dorfgemeinschaftshaus entstand in den 20er Jahren am östlichen Ortsausgang die Stadthalle mit expressionistischen Backsteinelementen in insgesamt traditioneller Großform mit Ziegelwalmdach.