Niederlibbach
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Die Geschichte des Dorfes Niederlibbach


Nördlich des Limes liegt Niederlibbach (mit Oberlibbach) nahe der Hühnerstraße. Urkundlich wird Libbach erstmals in einem Schutzbrief des Papsters Lusius III. vom 21. Februar 1184 erwähnt. In diesem Schutzbrief wude dem Kloster Bleidenstadt ausdrücklich seine Rechten und Besitztümer bestätigt. Unter den namentlich verzeichneten Gütern wird neben Wallau, Schierstein, Kempten bei Bingen, Würges, Bubenheim, Klingelbach, Michelbach, Holzhausen, Habenscheid, Wörsdorf, Strinz-Margarethä und Strinz-Trinitatis auch „Lidelbach“ genannt. Es ist aber anzunehmen, dass  kann aber angenommen werden, dass

Lidelbach war der zuerst bekannte Name der heutigen Dörfer Ober- und Niederlibbach im Libbacher Grund.
In der Folgezeit hat sich die Schreibweise mehrfach geändert. So hieß es im Jahr 1318 Lydebach, 1416 Liedebach. Im Jahr 1446 war erstmals von zwei Dörfern namens Liedebach die Rede. 1521-23 hat sich die getrennte Namensnennung Obbern Lidbach und Nidder Lidbach durchgesetzt.. 1527 tauchen die Namen Niederen und Oberen Liedbach auf, im Jahr 1585 schließlich Libach.


1500 wird als Lehensträger des Stiftshofes zu Lie(d)bach Peter von Hambach genannt. Zuletzt taucht die Bezeichnung Lydebach für beide Ortsteile auf, 1521-23 hat sich die getrennte Namensnennung Obbern Lidbach und Nidder Lidbach durchgesetzt. Niederlibbach gehörte mit den Nachbardörfern zum Gerichtsverband des Libbacher Grundes. 1566 zählte das Oberamt Idstein hier 14 Haushalte mit rund 50 Personen, 1648 noch zwei Haushalte mit sieben Einwohnern, um 1700 wieder 28 Einwohner. Heute liegt die Einwohnerzahl um 500. Die Kirche gehörte zunächst zum Bleidenstädter Kirchspiel. 1509 wurde der Chor des schon älteren Gotteshauses errichtet. Seit 1594 war Libbach dem Kirchspiel Strinz-Margarethä zugehörig. Vom Beginn des 17. Jahrhunderts an bis zum 30jährigen Krieg war Wehen Schulort für Niederlibbach, nicht das nähergelegene Strinz-Trinitatis. Im 17. Jahrhundert bildeten Niederlibbach, Oberlibbach und Hambach eine Schulgemeinschaft, als erstes Schulgebäude wurde in Niederlibbach ein ehemaliger Stall errichtet. 1751 entstand eine neue Schule, 1876 ein Erweiterungsanbau. Nach Auflösung des Schulverbandes 1893 wurde die Schule verkauft. Im Tal des Libbaches bzw. Aubaches lagert sich die kleine Siedlung um einen großflächigen Straßenschnittpunkt. Die Kirche liegt außerhalb, am Fuß eines jenseits des Bachlaufes ansteigenden Berghanges. Die Bebauung südlich des Baches (Hambacher Weg) entstand erst im 19. Jahrhundert.

Wie die anderen Dörfer hatte (Nieder-)Libbach stark unten unter den Streitigkeiten zwischen dem Kloster Bleidenstadt und den Grafen von Nassau zu leiten. Zeitweise waren die Bewohner dem Kloster Bleidentadt und gleichzeitig den Grafen von Nassau abgabepflichtig. Ent sprechend lebte die Bevölkerung in eher bescheidenen, teils ärmlichen Verhältnissen, mussten sie sich doch dem Druck der Abgaben beugen. zudem gefährdete das rauhe Klima die ohne kargen Erträge aus der Landwirtschaft.  Mit Holzverkauf konnten die finanziellen Verhältnisse kaum verbessert werden, waren doch die Hauptabnehmer die Grafen von Nassau, das Kloster Bleidenstadt und das Bistum Mainz. die Preise waren vorgegben.

1566 hatt die Gemeinde Niederlibbach 14 Haushaltungen mit 45 bis 50 Einwohnern. Im Gegensatz zu Wehen blieb Niederlibbach zwar von Seuchen udn Pest weitesgehend verschont, musste aber stark unter dem 30-jährigen Krieg leiten. Am Ende des Kreiges (1648) hatte Niederlibbach nur noch 2 Haushaltungen mit 7 Bewohnern.

Ab 1599 durften die Libbacher Kinder (zusammen mit Kindern aus Panrod und Steckenroth) die 1596 von der Gräfin Anna von Nassau-Weilburg gegründete Schule in Wehen besuchen.

Im Laufe der Jahre kam es (wie zwsichen Wehen und Neuhof) zu Streitigkeiten mit Nachbargemeinden öfter zu Streitigkeiten, überwiegend um die Besitzrechte über Länderereien des untergegangenen Dorfes Breit(en)scheid,der vermutich zwischen Kesselbach, Limbach, Ober- und Niederlibbach lag.
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Die Jahre 1771/72 erhielten übrigens noch in ganz anderer Hinsicht Gewicht: Eine Hungers-not ließ die schon um einiges früher in Nassau eingeführte Kartoffel endgültig zum wich-tigsten Grundnahrungsmittel werden. Beträchtliche Veränderungen brachte das 19. Jahrhun-dert. In der Rheinbundakte (1806) wurden die Fürstentümer Nassau-Weilburg und Nassau-Usingen, zu dem seit 1728 das Oberamt Idstein gehörter, vereinigt und zum Herzogtum Nassau erhoben. Von noch größerer, weil unmittelbarerer Bedeutung für die Landbevöl-kerung dürfte jedoch die Abschaffung der Leibeigenschaft im Jahr 1808 gewesen sein. 1866 verlor Herzog Adolf von Nassau als Bundesgenosse Österreichs sein Land an die im preußisch-österreichischen Krieg siegreichen Preußen. Nun gehörte unsere Heimat zur preußischen Provinz Hessen-Nassau, die in Landkreise unterteilt wurde. Aus den ehema-ligen Ämtern Idstein, Wehen und Langenschwalbach entstand im Jahr 1867 der Untertau-nuskreis. Als Amtsgerichtsbezirke lebten die alten Ämter jedoch fort.

Es begann jetzt eine Epoche, die schon deutlich in die Gegenwart hineinwirkt. Gegen Ende des Jahrhunderts durchzogen bereits zwei Eisenbahnlinien das Kreisgebiet. Die Gemeinden Oberlibbach, Niederlibbach und Hambach bildeten vorübergehend einen Totenhofverband, der im Jahr 1889 aufgelöst wurde, als man infolge des Anwachsens der Bevölkerung in jeder Gemeinde einen eigenen Friedhof für erforderlich hielt. Der Friedhof von Niederlibbach wurde am 25.12.1889 seiner Bestimmung übergeben.

Kurz nach der Jahrhundertwende wurden die ersten Wasserleitungen (1902) und das erste Telefon (1904) verlegt. Zwanzig Jahre später hielt die Elektrizität in Niederlibbach ihren Einzug. Im Januar 1931 wurde in Anwesenheit des Landrates und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ein neues Schulgebäude eingeweiht, zu dessen Finanzierung die Gemeinde 20.000 Mark beisteuerte. Noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, im Jahre 1938, wurde der Straßenbau in Angriff genommen. Zum Bau einer Kanalisation allerdings reichte das Geld vorerst nicht.

Die durch den 2. Weltkrieg dezimierte Einwohnerzahl wurde in den Folgejahren durch den Zuzug von Heimatvertriebenen mehr als ausgeglichen. Die Einwohnerzahl stieg auf über 500. 

In der Folgezeit wuchs Niederlibbach kontinuierlich zu einer selbständigen Gemeinde heran. 1972 wurde Niederlibbach in Taunusstein eingegliedert. Die Schwestergemeinde Oberlibbach hingegen wurde Hünstetten angegliedert.