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 Kulturdenkmäler gemäß der aktuellen Denkmalliste Hessen 
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Detailbeschreibungen der Kulturdenkmäler

Schafhof Bleidenstadt, Aarstraße 15

Auf einer felsigen Anhöhe im Aartal nahe der ev. Kirche am westlichen Rand des Ortes gelegen. Urkundlich erstmalig 1495 erwähnt, scheint der Hof schon im 14. Jh. als Klosterbesitz bestanden zu haben. Aus einem Pachtvertrag des Stiftes von 1659 geht eine damalige Größe von 39 Morgen Land, drei Wiesen und einem Garten hervor. Ein Grenzstein von 1747 mit Inschrift STBNS weist auf das Stift Bleidenstadt und Nassau-Saarbrücken als Besitzer hin. Mit der Säkularisation kam der Hof 1802 zu Nassau, danach wechselte das nun 51 Morgen Ackerland umfassende Anwesen häufig den Besitzer. 1916 wurden die verfallenen Gebäude von Grund auf erneuert. Ungewöhnlich ist die Anordnung von Wohnhaus, Nebengebäude und Scheune als Zeile (Streckhof) ohne abgeschlossene Hoffläche. Wohnhaus des 18. Jh., Fachwerk verputzt. Scheune und Stallung in Bruchsteinmauerwerk. Regionaltypisch geschnitzter Torsturzbalken der Scheune, wahrscheinlich 18. Jh.

ehemaliges Benediktinerkloster St. Ferrutius

Das um 768-786 durch Erzbischof Lullus von Mainz gegründete Kloster ist seit 778 erwähnt, die Kirche wurde 812 geweiht und war durch die Reliquien des hl. Ferrutius, die hier bis 1632 aufbewahrt wurden, bedeutendes Wallfahrtziel. Eine Erneuerung erfolgte unter Erzbischof Willigis von Mainz, eine weitere 1085 durch Hirsauer Mönche. 1258 fand eine zweite Kirchweihe statt. Ein Brand zerstörte 1389 die Klostergebäude weitgehend. 1495 wurde die Abtei in ein weltliches Ritterstift umgewandelt. Nach Zerstörungen zwischen 1630 und 1640 folgte um 1680-1718 der Wiederaufbau. Das Stift wurde 1802 aufgehoben. Katholische Pfarrkirche Pfarrkirche seit 1817. Einschiffig mit dreiseitig geschlossenem Chor, Westturm im Kern von dem 1258 geweihten Bau, ebenso der runde Chorbogen mit Kämpfer und zwei profilierte Rundbogenportale, eines davon mit Diamantfries. Schiff und Chor mit einfachen Strebepfeilern erhielten um 1500 die heutige Form. An der Ostseite des Chores dreiseitig geschlossene Sakristei, nach Norden neuer Anbau. 1711-12 Barokisierung durch Entfernung von Gewölben und spätgotischem Maßwerk. Westportal 1718, 1914 erneuert (Inschrift: „Nach Portal von 1718 erneuert 1914 durch Ph. H. Leonhard Höchst a/M.") mit Steinfigur des hl. Ferrutius von 1718. Turm mit barocker Zwiebelhaube. Über dem Innenraum Flachdecke mit Kehle. An der westlichen Schmalseite Orgelempore, 18. Jh. (Treppe neu). Die ehemalige Kanzel, um 1700, Brüstung mit gemalten Heiligenfiguren, wurde entfernt. Barocker Altar, darunter durch Holzumbau verkleidete Sockelplatte eines mittelalterlichen Hochaltarblockes mit gotischer Inschrift. In der Chorwand Wandtabernakel mit Maßwerk, um 1300. Nische mit vier Wappen, 2. Hälfte 15. Jh. Stehende Muttergottes mit Kind, Statue des hl. Ferrutius und kleine Statue des hl. Antonius von Padua, Holz, 18. Jh. Drei andere, früher vorhandene Figuren (Maria mit Kind, hl. Ferrutius und trauernde Maria als Halbfigur, 18. Jh.) nicht mehr im Kirchenraum aufgestellt. Taufstein 1696, Inschrift: „Diesen Taufstein verehret anno 1696 im Ianuario Peter Halm Stiftshofman zu Bleidenstatt". Barocke Grabplatte in der Westwand. In der Turmhalle: Bildnisgrabstein des ersten Propstes Eckart Klüppel von Elkershausen † 1503. Ein weiterer, stark abgetretener Grabstein mit nicht mehr erkennbarem Wappen. Beschädigter Wappenstein mit Putten von 1516 in Renaissanceformen, zugeschrieben dem Mainzer Bildhauer Backoffen, ehemals an der südlichen Außenwand. Glocken 1409/14 und 1411. Ehemaliges Stiftsgebäude Katholisches Pfarrhaus bis 1975, erbaut wahrscheinlich kurz nach 1700 anstelle eines älteren, im 30jährigen Krieg zerstörten Gebäudes. Massiver zweigeschossiger Winkelbau mit einem turmähnlichen zweigeschossigen sowie einem eingeschossigen Anbau. Winkelförmiges Satteldach mit Krüppelwalmen, Anbau mit Walmdach, kleiner Anbau mit Mansarddach. Zwei Eingänge mit Sandsteintreppen, am Boden vor dem Haupteingang Kleinpflaster-Mosaik zur Kennzeichnung des ehemaligen Pfarrhauses. Profilierte Sandstein-Türgewände, teilweise alte Türen. Räume des älteren turmartigen Anbaues mit Kreuzgratgewölben, Zugänge durch gotische Spitzbogengewände. Im Obergeschoss soll sich ehemals eine Kapelle befunden haben. Aufwändige Barocktreppe mit Geländer aus Holzbalustern. Stuckdeken (1705), Medaillons mit Abtswappen. Ein Raum in einheitlicher barocker Fassung mit Wandvertäfelung (1788) und Stuckprofilen. Große Gewölbekeller. Ehemalige Zehntscheune Gestreckter Bau des 18. Jh., Mansardwalmdach mit Gauben. Putzfassade, Fenster- und Türöffnungen mit Ohrengewänden aus Sandstein, Hauptfront zum Hof mit zwei (jetzt verglasten) Rundbogenöffnungen der ehemaligen Tore. Nach Westen moderner Anbau anstelle einer weiteren aus Bruchstein gemauerten Scheune. Heute Pfarrzentrum. Mauereinfriedung des ehemaligen Klostergeländes. Sachgesamtheit.


Aarstraße 52; Bleidenstadt

Hofreite an der Ortsdurchfahrt nahe dem ehem. Klostergelände. Traufständiges Wohnhaus des 18. Jh. mit hohem Krüppelwalmdach, östlicher Anbau mit überbautem Hoftor aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. Straßenfassade des Hauptgebäudes fünfachsig-symmetrisch, Mitteleingang mit Treppe; damit zum biedermeierlichen Wohnhaustyp überleitend. Fachwerk verputzt, giebelseitig im Obergeschoss verkleidet. Dach mit Schieferdeckung. Ehemals repräsentativer, für das Straßenbild relevanter Bau.

Aarstraße 58; Bleidenstadt

Traufständiges Wohnhaus an der Ortsdurchfahrt. Kompakter Bau mit Krüppelwalmdach auf nahezu quadratischem Grundriss. Ganz verputztes, jedoch wahrscheinlich noch weitgehend intaktes barockes Sichtfachwerkgefüge mit straßenseitigem Geschossvorsprung. Der Eingang, früher mit Treppe, war ursprünglich zur Straße orientiert; jetzt vermauert und an die Hofseite verlegt. Einer der wenigen Bauten des 18. Jh. im Ortskern von Bleidenstadt ohne entstellende Veränderung, Bestandteil des Ortsbildes.

Aarstraße 59; Bleidenstadt

Giebelständiges, dreizoniges Wohnhaus einer ehemals dreiseitigen Hofreite an der Ortsdurchfahrt. Hof und Scheune (durch Wohnhausneubau ersetzt) schlossen sich östlich an. Das Gebäude zeigt die ursprüngliche Fensterstellung, im Obergeschoss alte Fenster mit Bleisprossen. Fachwerk des 18. Jh. unter Putz, straßenseitiges Obergeschoss und Giebelzone mit Schieferbehang des 19. Jh. Durch (nach Straßenverbreiterung) in den Straßenraum ragende Stellung markanter Bau im Ortskern.

Aarstraße 67; Bleidenstadt

Größere Hofanlage, bestehend aus giebelständigem Wohnhaus des 18. Jh. und mit Vorsprung anschließendem Traufenbau mit überbautem Hoftor aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. Am Wohngebäude in Obergeschoss und Giebel wenig verändertes, qualitätvolles Sichtfachwerk mit K-Verstrebungen, als Zierelemente balusterähnlich geschnitzte Brüstungshölzer. Erdgeschoss massiv ersetzt. Durch Stellung und Umfang auffallende Baugruppe; seltenes Beispiel barocker Fachwerkfassade im Ort.

 
Aarstraße 72; Gasthof Goldener Engel; Bleidenstadt

Traditioneller Gasthof und ehemalige Poststation an der Ortsdurchfahrt am Abzweig des Hahner Weges. Giebelständiges Gebäude des 18. Jh., Fachwerk teilweise durch Mauerwerk ersetzt; verputzt, Giebel verschiefert. Fernster und Tür mit Steingewänden bzw. -gesimsen. Breite Giebelfront, im Krüppelwalm kleine Gaube. Altes oder nach altem Vorbild gefertigtes Aushängeschild. Nebengebäude aus Fachwerk (kürzlich durch Brand beschädigt, erneuert) in winkelförmiger Anlage.

Aarstraße 240; Wehen

Fachwerkwohnhaus von 1718 in zentraler Lage an der Ortsdurchfahrt. Stattlicher traufständiger Bau mit vollständig verputzter bzw. giebelseitig verkleideter Fassade. Aufgrund der Dimensionierung des abgerundeten straßenseitigen Geschossvorsprunges und des inschriftlichen Erbauungsdatums kann auf gutes barockes Zierfachwerk, vielleicht auch eine historische Bedeutung, geschlossen werden. Inschrift der (ehemals wohl über der Haustür angebrachten) in der Wand eingelassenen Holztafel: „Der gerechte Strafe mich freindlich das wirdt mir so wohl duhn als wie Balsam auf mein Haupt 1718."

Aarstraße 244 / Wilhelmstraße 1; Wehen

Vielgestaltiger Baukomplex der Zeit um 1900 in historisierendem Formenreichtum. Die Hauptfassade des auf winkelförmigem Grundriss erbauten Rathauses orientiert sich zum Vorplatz an der Aarstraße, auf dem zuvor das alte Rathaus stand. Die Backsteinverblendung des Erdgeschosses löst sich im Obergeschoss als Fensterumrahmung innerhalb heller Putzflächen auf. Die Fassadenvorspünge der äußeren Achsen enden im Dachbereich als Schweifgiebel in Neurenaissanceformen. Fenster überwiegend mit Stichbogenschluss, nur die Eingangs- und Treppenhausachse unterscheidet sich durch gotisierende Spitzbögen. Auf dem Walmdach kleiner, asymmetrisch gesetzter Dachreiter mit Uhr. Die Ecksituation wird betont durch einen diagonal gestellten Erker mit Zierfachwerk, das sich im Ostgiebel wiederholt.

 
Aarstraße 246; Wehen

Vierseitig geschlossene Anlage auf langrechteckigem Grundriss in der Ortsmitte an der Ecke Wilhelmstraße. Verputztes Fachwerkwohnhaus, an der Giebelseite im Obergeschoss verschiefert. Um 1700 errichtet (es wurde ein 1703 datierter Dachziegel gefunden); Dachstuhl im 19. Jh. erneuert. Rückwärtiges, wohl jüngeres Wirtschaftsgebäude ebenfalls verschiefert. Hofabschluss durch hölzernen, überdachten Torbau an der Aarstraße. Relativ vollständig erhaltenes Gehöft im alten Ortskern.

Am Ehrenmal, Hahn

Ehrenmal für die Gefallenen beider Weltkriege, an abgelegenem Standort hinter dem Sportplatz. Durch stark dimensionierte schmucklose Betonträger auf quadratischen, aus Naturstein gemauerten, doppelt gestellten Pfeilern wird eine monumental-hallenartige Wirkung erzielt. An der massiven Rückwand Granittafel mit Namen der Kriegsteilnehmer. Eine Wegführung mit Treppe und symmetrisch gesetzten Bäumen ergänzt das Ehrenmal.

Bleidenstädter Straße 1, Watzhahn

Vierseitig geschlossene Hofanlage am südlichen Ortseingang. Wohnhaus auf das 18. Jh. zurückgehend, in konstruktivem Fachwerk errichtet, Dachgeschoss im 19. Jh. und in jüngster Zeit verändert. Auch bei der parallel gestellten Scheune lassen sich am freiliegenden Fachwerk Bauphasen des 18. und 19. Jh. ablesen. Ein Torabschluss und ein niedrigeres Backstein-Nebengebäude vervollständigen den Komplex, der durch seine Randlage die Dorfansicht zur Landschaft hin prägt.

 
Borner Weg 2/4; Watzhahn

Ehemaliges Rathaus.In der Ortsmitte an einer Straßenecke markant gelegener ungewöhnlicher Bautyp: Kniestockhaus über hohem, (veränderten) massiven Untergeschoss aus Bruchsteinmauerwerk. Erbaut um 1800 in rein konstruktivem Fachwerk mit Satteldach; in der Mitte verschieferter Dachreiter mit Uhr und Haubendach, die ehemaligen Schallöffnungen des Glockentürmchens wurden durch Glasfenster ersetzt; Uhr erhalten. Traufseitig früher zwei Eingänge. Als Gemeindehaus ehemals mit weiteren Nutzungen kombiniert; wahrscheinlich diente das Gebäude gleichzeitig als Back- und Feuerwehrgerätehaus.

 
Bahnhof Eiserne Hand; Hahn

Bahnhof der Aartalbahn am höchsten Punkt der Bahnstrecke; Empfangsgebäude mit Vorhalle, Gaststätte und Bahnwärterhaus. Der Waldbahnhof diente vorwiegend dem Ausflugsverkehr. Das heutige Bahnhofsgebäude stellt einen 1910 fertiggestellten Ausbau eines wohl kurz vor 1900 errichteten Empfangsgebäudes dar. Dieser zweigeschossige Backsteinbau mit Satteldach wurde durch eine vorgesetzte offene Wartehalle mit großem Walmdach auf Holzstützen erweitert, hinzu kam ein weiterer eingeschossiger Anbau für die Gastronomie. Das Bahnwärterhaus mit Schuppen aus Backsteinmauerwerk liegt nördlich des Bahnhofs. Sachgesamtheit.

 
Fabritiusstraße; Evangelische Kirche; Neuhof

Kleiner Saalbau, 1717 anstelle einer 1333 erwähnten gotischen Kapelle errichtet. 1841 renoviert und innen teilweise umgestaltet. Putzfassade mit Rundbogenfenstern, verschiefertes Krüppelwalmdach, Haubendachreiter mit Uhr. Innen Flachdecke mit Stuckspiegel von 1841, zweiseitige Empore. Orgel von 1710, aus der Schlosskapelle Biebrich 1786 übernommen. Kanzel mit Spruchinschrift und Datum (17?)36. Taufstein aus Sandstein, wahrscheinlich aus der Vorgängerkapelle; ältere Taufschüssel aus Messing mit Inschrift und Darstellung des Sündenfalles. Altarkruzifix (18. Jh.), neuere Schenkung. Vor der Kirche Aufgang mit Einfriedung des ehemaligen, um 1970 auf den Friedhof umgesetzten Kriegerdenkmales. Wenig vorteilhafte moderne Neugestaltung des ehemaligen Kirchhofes mit Brunnen.


Kriegerdenkmal; Friedhof; Watzhahn

Ehrenmal für die Gefallenen beider Weltkriege, errichtet in den 1930er Jahren, heutiger Standort am außerhalb des Dorfes liegenden Friedhof. Weithin sichtbares Gehäuse und Podest aus Natursteinmauerwerk, in einer Nische stehende Figur eines Soldaten aus Steinguss. Beidseitige Tafeln mit Namen der gefallenen Kriegsteilnehmer.

Gerichtsstraße 1; Wehen

Kleines Fachwerkwohnhaus am Zugang zum Schloßbezirk gegenüber dem ehemaligen Amtsgericht. Die abgesenkte Lage unter Straßenniveau und niedrige Geschosshöhen lassen auf ein beträchtliches Alter (vielleicht 17. Jh.) schließen. Giebelständig auf fast quadratischem Grundriss. Wände verputzt, im Giebel verschiefert; durch das Herabziehen der Verkleidung bis zur Brüstungshöhe des Obergeschosses werden die Proportionen optisch verändert. Bestandteil der alten Ortsbebauung um das Schloss.

 
Ehemaliges Amtsgericht; Gerichtsstraße 2; Wehen

Zeitweilig auch herrschaftliches Jagdhaus. Massivbau von 1765 (Datum und Nassauisches Wappen über dem Eingang an der Schlosszufahrt. Putzfassade mit Eckquaderung, große Stichbogenfenster mit Sandsteingewänden in drei bzw. vier Achsen, Krüppelwalmdach über umlaufendem Traufgesims. Giebelseitiger Eingang mit Treppe. Reizvolle, spätbarocke, zweiflügelige Holztür mit geschnitztem Blumendekor. Material und Gestalt erfüllen den Repräsentationsanspruch des einstigen Amtsgebäudes.

 
Gesamtanlage Im Hängl; Wehen

Im Hängel 7, 9, 11, 13 Wohnäuser mit Nebengebäuden, erste Ortserweiterung des 18. und 19. Jh. (zeitgleich etwa Aarstraße 262: Scheune inschriftlich datiert 1723) außerhalb der ehemaligen Stadtmauergrenze am Weg nach Neuhof, nach Norden begrenzt durch den Lauf der Aar. Jetzt überwiegend verputzte, verschieferte oder verkleidete Fachwerkbebauung von dörflichem Charakter. Im Hängel 7: Hofreite des 19. Jh., verputzt, hölzerner Torbau mit geschnitzten Knaggen, teilvergittertes Tor mit Pforte. Im Hängel 9: spätes 18. Jh., giebelständig, verputzt, Obergeschoss verschiefert. Im Hängel 11: spätes 18. Jh., traufständig, verputzt, mit Scheune und weiterem Nebengebäude. Im Hängel 13: spätes 18. Jh., breite Giebelfront mit Krüppelwalm, symmetrische Fensterstellung, verkleidet.

 
Ehem. evangelisches Pfarrhaus; Glockenstraße 6, Wehen

Zeitgenössischen Berichten zufolge wurde nach Abriss des baufälligen, da aus minderwertigem Holz errichteten Vorgängergebäudes aus dem 16. Jh. das neue Pfarrhaus 1768 unter Verwendung guten Eichenholzes erbaut. Stattliches giebelständiges Wohnhaus mit Krüppelwalm. Fachwerkwände ganz verschiefert bzw. verkleidet, die Konstruktion wahrscheinlich im Kern erhalten. Erscheinung durch den Einsatz moderner Ersatzmaterialien bei Fenstern und giebelseitigem Wandbehang nachteilig verändert. Die Gartenmauer des ehemaligen Pfarrgartens ist im Südosten und Südwesten mit dem Verlauf der ehemaligen Stadtmauer identisch.

 
Brücke  Hahner Weg; Bleidenstadt

Zweibogige Steinbrücke über die Aar in der Nähe des ehemaligen Klosters. Entstanden im 18. Jh. oder früher, Bestandteil des alten Weges nach Hahn und Wehen vor dem Ausbau der Aartalstraße. Aus Bruchstein relativ roh gemauert, die zwei gewölbten Korbbogenöffnungen in jüngerer Zeit verputzt. An der Ostseite Wellenbrecher, darüber wurde vielleicht ein Stein mit Wappen oder Inschrift entfernt. Straßenbelag und Geländer neu. Wahrscheinlich eine der ältesten ländlichen Brücken im Kreis.

 
Evangelische Kirche;  Hambacher Weg 4a, Niederbibbach

In Hanglage südlich des Ortes. Chor aus einem Joch und 5/8-Schluss von 1509 (Inschrift in vermauertem Türgewände) mit Strebepfeilern und zweiteiligen Maßwerkfenstern. Steiles Satteldach von zierlichem, hohem und spitzem Dachreiter gekrönt. Innen Sterngewölbe auf figürlichen Konsolen, verzierte Schlusssteine. Das 1784 in schlichten Formen erbaute Schiff breiter und niedriger, mit hochrechteckigen Fensteröffnungen und hölzerner Eingangsvorhalle, Dach mit Krüppelwalm. Empore und Kanzel aus dem 18. Jh. Um 1680 entstandene Orgel 1881 ersetzt durch aus der Stadtkirche Dillenburg übernommene Orgel mit Gehäuse um 1820. Kirchhof durch Geländemauer begrenzt, Treppenaufgang mit hölzernem, überdachtem Torbau. Denkmal um 1930 für die Gefallenen beider Weltkriege.

Hauptstraße 9; Niederlibbach

Wohnhaus, ehemals Teil einer Hofreite am Ortsrand, über eine kleine Stichstraße erreichbar. Traufständiges, dreizoniges Fachwerkhaus der Mitte des 18. Jh., Abschnitt einer aus drei Häusern bestehenden Reihe. Nach Entkernung zeigt sich ein nahezu vollständiges Gefüge mit geringen Eingriffen in den ursprünglichen Zustand. Obergeschoss auf abgerundeten Balkenköpfen vorkragend, Schwelle profiliert. Mannfiguren, teilweise fehlende Kopfbänder. Rest alter Bausubstanz im Ortskern.

 
Hauptstraße 16; Niederlibbach

Größere Dreiseithofreite, Wohnhaus und Torbau 18. Jh., Wirtschaftsgebäude teilweise 19. Jh. Markantes Wohnhaus in Giebelstellung, leicht erhöht über der Ortsmitte. Verputztes Fachwerk mit traufseitigem Geschossvorsprung und kleinem Krüppelwalm. Dreizonig mit hofseitigem Eingang. Rückwärtig U-förmig anschließende Nebengebäude. Hofabschluss durch bemerkenswerten, hier seltenen hölzernen Torbau mit Bogensturz und Ziegeldach. Vor dem Wohnhaus kleiner, erhöht gelegener Garten.

Hintergasse 4; Orlen

Hofreite in giebelständiger Parallelstellung von Wohnhaus und ehemaliger Scheune. Fachwerk des Wohngebäudes 18. Jh., bis auf Schwellenprofil an Süd- und Ostseite schmucklos, hofseitiges Obergeschoss einfach verriegelt. Störungen bei den Fensteröffnungen. Dachgeschoss um 1900 mit Kniestock bei flacherer Dachneigung mit Überstand erneuert. Scheunenfachwerk im Erdgeschoss durch Backsteinmauerwerk ersetzt. Nebengebäude verändert. Markante Baugruppe am Nordrand des Ortskernes.

 
Gustav-Vietor-Turm; Hohe Wurzel/Rheinhöhenweg; Bleidenstadt

Der Aussichtsturm wurde 1883 auf Veranlassung des Rhein-Taunus-Clubs (nach dessen damaligem Vorsitzenden er benannt wurde) auf der Hohen Wurzel, nahe der Gemarkungsgrenze zu Wiesbaden, errichtet. Er war zeitweilig beliebtes Ausflugsziel der Wiesbadener. Das 22,5 m hohe Stahlgerüst auf einem Sockelgeschoss aus Bruchsteinmauerwerk besteht aus einer von Gitterstützen gehaltenen Treppe mit offener Aussichtsplattform. Die Ingenieurkonstruktion beschränkt sich auf den geringstmöglichen, durch statische Erfordernisse vorgegebenen Materialaufwand und verzichtet ganz auf schmückendes Beiwerk. Die Aussicht ist inzwischen durch hochstämmigen Nadelbaumbewuchs verstellt.

Im Gründchen 1; Watzhahn

In der Ortsmitte dem ehemaligen Rathaus direkt gegenüberliegendes Wohnhaus einer Hofreite. Verputztes Fachwerkhaus des 18. Jh. mit nur geringen Eingriffen in die ursprüngliche Bausubstanz. Im Erdgeschoss teilweise Ersatz durch Mauerwerk. Im Obergeschoss mit traufseitigem geringen Geschossvorsprung ist qualitätvolles Fachwerk zu vermuten. Hier sind Fenster mit Bleisprossen erhalten. Bestandteil der alten Ortsbebauung, besondere städtebauliche Wirkung durch die Ecklage


Ehemaliges Rathaus und Feuerwehrgerätehaus; Kepplerstraße 7; Neuhof

Ehemaliges Rat- und Schulhaus gegenüber der Kirche. Erbaut 1809 mit nachträglichen Veränderungen. Hohes massives Erdgeschoss mit Freitreppe, ursprünglich verputztes Fachwerkobergeschoss mit Krüppelwalmdach. Die zugehörige Scheune, ebenfalls mit Krüppelwalm, soll nach früherer Inschrift 1811 erbaut worden sein, um 1934 Umbau zum Feuerwehrgerätehaus mit verschiefertem Dachturm. Prägnante Baugruppe im Ortskern. Sachgesamtheit

 
Evangelische Pfarrkirche (Peterskirche);  Kirchstraße; Bleidenstadt

Kirche mit Kirchhof. Östlich des alten Ortskernes auf einem Felsen über dem Aartal, ursprünglich befestigte mittelalterliche Pfarrkirche St. Peter auf dem Berg. Evangelische Kirche seit 1530, Schiff 1835 baufällig, 1849 abgebrochen. Romanischer Westturm mit barocker Zwiebelhaube von 1767 und Sterngewölbe in der Turmhalle (jetzt Chor). Hohes Schiff 1849-55 in Bruchsteinsichtmauerwerk angefügt, Bogenfries und Rundbogenportal als romanisierende Elemente. Innenausstattung der Bauzeit Mitte des 19. Jh. mit dreiseitiger Empore (Kanzel entfernt). Eine nachträgliche Ausmalung des Chores wurde wieder entfernt. Ehemaliger Hauptaltar aus schwarzem Marmor jetzt seitlich. Ursprüngliche Orgel 1856 von Daniel Raßmann 1986 durch eine neue Orgel ersetzt. Ritzgrabstein des Geistlichen Johannes (?) von Spangenberg († 1363), früher in der alten Sakristei. Altes schmiedeeisernes Turmkreuz jetzt innen über der Orgelempore. Im Kirchhof Reste einiger Grabmale des 19. Jh. Im östlichen Erweiterungsbereich (Denkmalplatz) Friedhofskreuz des 19. Jh., Sandstein. Kriegerdenkmal 1870/ 71, Sandstein, Obelisk mit Adler. Großes Ehrenmal mit Figurenrelief für die Gefallenen beider Weltkriege

Bahnhof;  Kirchstraße 20a; Bleidenstadt

Bahnhof der 1889 eröffneten Aartalbahn, erbaut 1891. Eingeschossiges Empfangsgebäude aus zweifarbigem Backsteinmauerwerk, bei den Nebengebäuden mit Sichtfachwerk kombiniert. Fast flaches, auf geschnitzten Sparren auskragendem Dach. Tür- und Fensteröffnungen mit Stichbogenschluss. Ehemalige Güterhalle jetzt verputzt. Stationsgebäude des „Typs Aartal" (siehe auch Beschreibung Aartalbahn) für kleinere Haltestellen, hier in gutem Erhaltungszustand. Heutige Nutzung als ev. Gemeindehaus.

Kirchstraße 24; Bleidenstadt

Pittoreskes Wohnhaus neben dem alten Bahnhof, wohl kurz nach diesem um 1900 errichtet. Ein- bis zweigeschossiges Gebäude auf etwa quadratischem Grundriss. Verputztes Mauerwerk im Erdgeschoss steht in Kontrast zur Kantenverblendung aus Backstein. Fachwerk- Obergeschoss, teils nur Kniestock, mit dekorativen Zierformen. Nach Osten auf Streben auskragender, überdachter Holzbalkon mit ausgesägtem Geländer. Ausladendes Dach mit Krüppelwalm und ornamental verlegter Ziegeldeckung.

 
Sogenanntes Henkershaus; Kopernikusstraße 1; Neuhof

Das als Henkershaus bekannte Anwesen liegt am Rand des alten Ortskernes. Hier wohnte bis 1688 der für die Idsteiner Grafen tätige Scharfrichter Hans Leonhard Busch, der nach 36jähriger Tätigkeit ein Vermögen angesammelt und zum Teil vergraben hatte. Der Hof war in Familienbesitz Busch bis 1799; danach wurde das Grundstück geteilt. Ein 1977 gefundener Münzschatz enthielt ca. 180 zwischen 1598 und 1680 geprägte Silber- und Goldmünzen. Giebelständiges Fachwerkwohnhaus (nach Überlieferung ehemalige Scheune des Henkershauses, ursprüngliches Hauptgebäude an der Ecke Limburger Straße) der Zeit um 1600, massive Grundmauern möglicherweise älter. Im 30jährigen Krieg teilweise zerstört, danach veränderter Wiederaufbau. Fachwerk mit geschwungenen Streben und Schmuckelementen, geschnitzter Eckpfosten in Renaissanceformen. Künstlerische Verfremdungen aus neuerer Zeit

 
Brunnen;  Lindenplatz; Hambach

Laufbrunnen mit völlig schmucklosem, vielleicht erneuertem gusseisernen Trog und verzierter Säule. Der Brunnen erhält sein Wasser aus drei Quellfassungen in der Bornwiese. Er diente der dörflichen Wasserversorgung anstelle des im Ortsbereich verrohrten Baches. Historischer Bestandteil der Ortsmitte.

 
Backhaus  Lindenplatz 4; Hambach

Ehemaliges Back- und Feuerwehrgerätehaus in prominenter Lage im Ortszentrum. Traufständiger, eingeschossiger Mauerwerksbau um 1800, verputzt, mit Fachwerkgiebel. Wahrscheinlich etwas jüngerer, niedrigerer, rechtwinklig etwa in Traufseitenmitte ansetzender Giebelanbau mit Tor zur Unterbringung der Feuerwehrgeräte. Wie zahlreiche Beispiele dieses in kleinen Dörfern verbreiteten Bautyps vereinigt das Gebäude mehrere öffentliche Funktionen unter einem Dach.

Lindenplatz 5; Hambach

Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude. Exemplarisches Wohnhaus des biedermeierlichen Typs um 1850. Verputzte Fachwerkkonstruktion, Fenster und Eingang mit Giebelgewänden. Qualitätvolle, wohlerhaltene originale Haustür mit profilierten Kassetten, deren Raster sich im Gewände fortsetzt, und tauförmig geschnitzer Schlagleiste. Oberlicht mit zierlich gebogenen Sprossen und Initialen G. P. K. Wirtschaftstrakt in gleicher Firstrichtung direkt anschließend. Linde vor dem Wohnhaus.

Lindenplatz 5a; Hambach

Hofreite am Ortsrand mit zurückliegendem traufständigen Wohnhaus. Dreizoniges Fachwerkgebäude des 18. Jh. mit Satteldach, Fachwerk verputzt, mit geringem traufseitigen Geschossvorsprung. Jüngere Wirtschaftsgebäude. Separat stehende Scheune mit geschnitztem Torsturzbalken, Inschrift: „Johannes Krafft vnd dessen Ehfrav Elennora haben mich erbavt den 15t April / Anno 1767". Tor noch in originaler Aufhängung. Altes Hofpflaster erhalten.

Mainzer Allee 9; Wehen

Giebelständiges Fachwerkhaus des 18. Jh., rechtwinklig an das ehem. Amtsgericht anschließend. Bestandteil einer Kleinhofreite an der früheren Stadtmauer im südlichen Ortskern. Kleines Wohngebäude mit niedrigen Geschosshöhen. Straßenseitige Giebelfront modern verkleidet. An der Traufseite ist im Obergeschoss einfach verriegeltes Fachwerk aus urwüchsig gekrümmten Hölzern ohne Zierformen sichtbar. Einige alte zweiflügelige Fenster mit Bleisprossen sind im Obergeschoss erhalten.

 
Evangelische Pfarrkirche  Mainzer Allee 15; Wehen

1810-12 anstelle einer baufälligen gotischen Kapelle außerhalb der ehemaligen Stadtmauer am Standort des früheren fürstlichen Jagdzeughauses errichtet. Planung von Baudirektor Carl Florian Goetz aus Wiesbaden. Breiter klassizistischer Saalbau mit halbrunder Apsis und daran anschließendem Ostturm mit verschiefertem Obergeschoss und flachem Zeltdach. Hochrechteckige Fensteröffnungen, Seitenportal mit halbrundem Oberlicht nach Norden. Gestaltung der Westfassade unter Einfluss von Joh. Chr. Zais. Mittelrisalit mit Giebeldreieck, hinter dem das flache Walmdach des Schiffes zurücktritt. In rechteckigem Blendrahmen Portalnische mit halbrundem Oberlicht und flankierenden ionischen Säulenpaaren als Palladio-Motiv (Sandsteinsäulen aus Marienhausen). Flachgedeckter Innenraum mit dreiseitigen Emporen auf Holzsäulen. Die Kanzel ist zentral über dem Altar angeordnet. Darunter Abgrenzung von Pfarrstuhl und Sakristei durch eine zierliche Holzarchitektur. Pfarrstuhl, Kanzel und Gestühl mit barocker Schnitzerei aus Kloster Nothgottes (nach anderen Angaben aus Eberbach oder Marienthal) im Rheingau. Altar aus schwarzem Marmor aus der Schlosskapelle zu Idstein, Schenkung des Fürsten Carl Wilhelm von Nassau 1772 (Inschrift). Orgel 1889 von Friedrich Vogt, 1899 aus der altkatholischen Kirche Wiesbaden übernommen. Gotischer Taufstein mit Maßwerk wohl aus der Vorgängerkirche. Vier Glocken, angebl. aus Eberbach und Marienhausen.


Kriegerdenkmal;  Mainzer Alle o. Nr./Friedhof; Wehen

Ehrenmal in Form von vier hohen, quadratischen, im Halbkreis versetzt angeordneten Pfeilern aus Natursteinmauerwerk, errichtet in den 1930er Jahren (vgl. auch Ehrenmal in Hahn), mit Gedenktafeln für die Gefallenen beider Weltkriege. Davor Schale mit Kranz aus Sandstein, mit Inschrift „Ihr Leben gaben sie fuer uns" von Bildhauer Fritz Feiss.

 
Evangelische Kirche; Mittelgasse 3; Orlen

Die nach einer Rechnung des Klosters Walsdorf um 1616 erbaute schlichte Kirche liegt inmitten des kleinen Kirchhofes im Ortszentrum. Saalbau mit einseitig abgewalmtem Schieferdach und Dachreiter mit Spitzhelm; kleinerer quadratischer Chor. Putzfassade mit Rechteckfenstern. Innenraum mit Flachdecke über Längsunterzug auf einer Holzstütze. Zweiseitige Empore, Kanzel. Außen an der Südseite innerhalb einer Mauereinfriedung Kriegerdenkmal für die Gefallenen beider Weltkriege, mit Figur eines knieenden Soldaten

Mittelgasse 10; Orlen

Dreiseit-Hofreite von 1898, in der Ortsmitte gegenüber der Kirche. Zur Mittelgasse orientiertes giebelständiges Wohnhaus und (erneuerter) Torbau aus Backstein mit Schieferdach. Wohnhaus verputzt, nach altem Vorbild erneuerte ornamentale Giebelverschieferung. Dachüberstand auf geschnitzten Streben. Rückwärtig anschließend zweigeschossiges Wirtschaftsgebäude, Erdgeschoss in Backsteinmauerwerk. Späte Hofanlage von einheitlichem Erscheinungsbild, prägendes Element der Ortsmitte.

 
Jüdischer Friedhof;  Neuer Weg; Wehen

Der Friedhof soll bereits um 1330 angelegt worden sein. Am Südhang des Halberges auf herrschaftlichem Grund gelegen, war für das Gelände eine Pacht zu entrichten. Der Friedhof diente bis 1749 auch der jüdischen Gemeinde Wiesbaden (früher vielleicht auch Idstein) als Begräbnisstätte. Aufgrund eines Verbotes von 1726 erhielt der Friedhof keine Mauereinfriedung, sondern 1775 eine umgrenzende Hecke, jetzt durch einen Holzzaun ersetzt. Beerdigungen fanden bis 1935 statt, es sind etwa 55 Gräber vorhanden. Ergänzung: 57 Grabsteine bzw. Steinfragmente, 1694 bis 1933

Platter Straße 85, Wehen

Nach der Lage vielleicht ehemaliges Forsthaus. Wohnhaus der Zeit um 1900, westlich des Ortes ehemals außerhalb der Bebauung gelegen. Sichtfachwerkkonstruktion, relativ dünne Holzquerschnitte, mit Ziegelausfachungen auf hohem massiven Backstein- Untergeschoss. Die strenge kubische Bauform mit Zeltdach wird durch einen schmalen, über die Traufe gezogenen Erker und einen aus der Dachfläche auf langen Streben auskragenden überdachten Balkon durchbrochen

 
Gasthaus zum Taunus;  Scheidertalstraße 1; Hahn

Gasthaus von 1902 (Wetterfahne) mit Saalbau. Lage an der Kreuzung von alter Ortsdurchfahrt (Scheidertalstraße) und ehemaliger Chaussee (Aarstraße), die im 19. Jh. an Bedeutung gewann. Zum Gasthof gehörte ein Komplex aus Backstein gemauerter, um einen Innenhof gruppierter Remisen. Die Nebengebäude wurden bei der kürzlich erfolgten umfassenden Instandsetzung durch den Neubau des Gemeindezentrums ersetzt, das Gasthaus und Saalbau integriert. Gasthaus mit schlichter, regelmäßiger Putzfassade und Mitteleingang, Betonung der Ecklage durch einen Dachturm mit hohem Walmdach; Kniestock durch Sichtfachwerk auffallend. Der langgestreckte, eingeschossige Saalbau schließt mit einem Rücksprung an, so dass Platz für den Wirtsgarten bleibt. Putzfassade mit gequaderten Pilastern wie am Hauptbau, Eingang mit dreiflügeliger Holztür und Vordach auf schmiedeeisernen Konsolen. Signifikantes Dach durch Zierdeckung aus farbig glasierten Ziegeln. Innen dreiseitige Empore auf Holzstützen. Bemerkenswerte großflächig-ornamentale Jugendstil-Deckenmalerei, Unikat in dieser Region.

Scheidertalstraße 52; Hahn

Hofreite mit Zehntscheuer, vielleicht dem ehemaligen Stift Bleidenstadt zugehörig. Die umfangreiche Hofreite liegt am nördlichen Rand des alten Ortskernes. Giebelständiges Wohnhaus des 18. Jh., im 19. Jh. verändert. Im Hof zurückliegende, durch Größe und massives Bruchsteinmauerwerk außergewöhnliche Scheune des 18. Jh. Auch das Dach mit Krüppelwalmen und die beiden Rundbögen der Tore weichen vom regional verbreiteten Scheunentypus ab. An der Rückseite einige kleinere Öffnungen mit Sandsteingewänden.


Forstmeisterdienstgehöft;  Scheidertalstraße 55; Hahn

Nachdem unter preußischer Hoheit das Forstwesen neu organisiert und die Residenzpflicht leitender Bediensteter eingeführt worden war, wurden zwischen 1885 und 1910 in großem Umfang Forstdienstgebäude errichtet. Die dafür durch die Preußische Staatsforstverwaltung entwickelten ein- bis zweigeschossigen Einheitstypen wurden nach den örtlichen Gegebenheiten geringfügig variiert. Dienstgehöft von 1897 am Nordrand des Ortes, bestehend aus Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude, die in Parallelstellung einen Hof einfassen; daran anschließender Obstgarten. Die Gebäude sind in dem für preußische Bauten charakteristischen roten Ziegelmauerwerk ausgeführt. Eingeschossiger Wohnhaustyp mit Bruchsteinsockel und Stichbogenfenstern; die asymmetrisch angeordnete Eingangsachse an der Hofseite durch Risalit mit Zwerchhausgiebel betont. Das Motiv wiederholt sich in größerem Maßstab an der Westseite. Nach Süden vorgesetzter Wintergarten.

 
Scheune; Scheidertalstraße 214; Wingsbach

Große Scheune mit regionaltypisch profiliertem Torsturzbalken, laut (verwitterter) Inschrift erbaut 1737 oder 1787, mit jüngerer Aufstockung. Fachwerk aus stark dimensionierten Eichenhölzern vollständig erhalten, außen verputzt bzw. verschiefert. Zum Wingsbach hin stellt die Scheune einen markanten Bestandteil des Ortsrandes dar.

 
Rathaus;  Scheidertalstraße 215;  Wingsbach

Errichtet um die Mitte des 19. Jh. an der zentralen Straßenkreuzung der alten Ortsmitte. Als streng gegliederter klassizistischer Kubus steht das Rat- und ehemalige Schulhaus in bewusstem Gegensatz zur dörflichen Bebauung. Quadratischer Massivbau mit Putzfassade, je dreiachsig angeordnete hochformatige Rechteckfenster in profilierten Gewänden. Wandgliederung durch schmale Gurte und Eckpilaster. Auf dem Zeltdach verschieferter Uhrendachreiter mit spitzem Pyramidenhelm. Die Gesamterscheinung wird durch sprossenlose moderne Fenster bzw. Glasbausteine beeinträchtigt. Nach Entfernung des ehemals zur Scheidertalstraße orientierten Mitteleingangs mit Freitreppe (wegen Straßenverbreiterung) wirkt das Gebäude nun „richtungslos", bildet jedoch nach wie vor einen signifikanten Blickpunkt im Ortsbild.

Stiftstraße 13; Bleidenstadt

Hofreite mit traufständigem Wohnhaus des 18. Jh., anschließender Überbauung der Hofeinfahrt aus dem 19. Jh. und parallel im Hof zurückliegender Scheune. Fensterformate des dreizonigen Wohnhauses verändert, jedoch ursprüngliche Stellung. Mitteleingang mit einläufiger Steintreppe zur Straße. Über relativ hohem Sockel verputztes Fachwerk mit traufseitigem Geschossvorsprung. Eine der wenigen im Ortskern vollständig erhaltenen Hofreiten, daher geschichtlicher und städtebaulicher Wert.

 
Grenzstein;  Stiftstraße 16; Bleidenstadt

In die Fassade des Nebengebäudes von Nr. 16 eingelassener Grenzstein mit Inschrift „1747 S+B" des Stiftes Bleidenstadt (vgl. Schafhof, Aarstraße 15).                                                                                                                                                                      

Talstraße 18; Seitzenhahn

Hofreite mit zurückliegendem, giebelständigem Wohngebäude. Fassade verputzt, straßenseitige Front verkleidet. Der Vorsprung des Obergeschosses an beiden Traufseiten, die an der Ostseite sichtbare, profilierte Schwelle wie auch die originale Fensterstellung der Giebelseite lassen auf qualitätvolles barockes Fachwerk des 17. oder 18. Jh., vielleicht mit Zierformen, schließen. Ein rechtwinkliger Komplex aus Scheune und Fachwerknebengebäuden des späten 19. Jh. schließt den Hof zur Straße hin ab.

Untergasse 11; Orlen

Wohnhaus mit Scheune und kleinem Nebengebäude. Das in Ecklage freistehende Fachwerkwohnhaus auf quadratischem Grundriss geht auf das 16. Jh. zurück (im Eckpfosten bez. „Anno 1587 hw") und stellt damit ein seltenes Beispiel erhaltener Bausubstanz aus der Zeit vor dem 30jährigen Krieg dar. Aus der Bauzeit nur Fragmente erhalten: stark dimensionierte Eckpfosten, geschwungene Streben mit Riegelüberblattung. Eckständer im Obergeschoss mit geschnitztem Stab und Spiralen, im Erdgeschoss mit waagrechtem Profil. Schwelle und Rähm der Eingangsseite kräftig profiliert. Veränderungen der Fassade im 18. Jh., des Dachgeschosses im späten 19. Jh. Traufständige Scheune aus dem 19. Jh., kleines Fachwerknebengebäude des 18. Jh. an der östlichen Hofecke.

 
Schloß;  Weiherstraße 6, Wehen

Um 1330 erbaute Graf Gerlach von Nassau eine Burg auf dem Gelände des burgartigen Wohnsitzes der Herren von Wehen. Seit 1346 Sitz von Gericht und Verwaltung des Wehener Grundes, seit 1364 Thingplatz. 1593-1655 Witwensitz der Gräfinnen Anna und Elisabeth von Nassau-Weilburg. 1596 und 1611 umfangreiche Instandsetzungsarbeiten, 1630 Erneuerung der Nebengebäude und Errichtung von zwei Torbogen. Nach dem 30jährigen Krieg Neuaufbau, im 17. und 18. Jh. fürstliches Jagdschloss. 1769 Amtssitz des Wehener Amtmannes und Justizrates Carl Wilhelm Christian Ibell, Geburtsort des späteren nassauischen Regierungspräsidenten Karl von Ibell. 1792 Hauptquartier Friedrich Wilhelms II. von Preußen, 1813 von General Yorck bewohnt. Amtsgericht bis 1943. 1967 Abbruch der Einfassungsmauer an der Weiherstraße und Einebnung des Schlossgrabens. Heute Heimatmuseum und Kulturzentrum. Die Schloss- bzw. Amtsgebäude (auf die die frühere Bezeichnung überging) gruppieren sich entlang der ehemaligen Stadtmauer um einen weitläufigen Hof. Herrenhaus des 18. Jh. im Kern wahrscheinlich älter; voluminöser Massivbau auf rechteckigem Grundriss mit Mansardwalmdach und zweiläufiger Freitreppe. Nebengebäude des 18. Jh. mit Krüppelwalmdach, Fachwerk verputzt, im Obergeschoss verschiefert. Ein- und zweigeschossige Scheunen mit Satteldach. Torbauten des 18. Jh.


Wiesbadener Straße 6; Hahn

Ehemaliges Kurheim, villenartiger Bau der Zeit kurz vor der Jahrhundertwende, wie das Hotel Tannenburg in Waldlage an der Straße nach Wiesbaden erbaut. Markante Fassadenwirkung durch die Kombination von Putz und Backsteinverblendung. Über der Erdgeschosszone löst sich die geschlossene Ziegelfläche in freien fachwerkähnlichen Figurationen auf. Asymmetrischer Baukörper mit seitlichem, in ein Zwerchhaus übergehendem Risalit. Ziegeldach mit kleinen Firstwalmen.

 
Ehemalige Revierförsterei;  Wiesbadener Straße 20; Hahn

1883 am südlichen Ortsrand errichtet. Kleinerer eingeschossiger Typ eines preußischen Forstdienstgebäudes, das Wohn- und Wirtschaftsräume in einem L-förmigen Bau mit abgewinkeltem Satteldach vereinigt. Backsteinfassade über Bruchsteinsockel, Stichbogenfenster; vorspringende Giebelfront des Wohnbereiches mit einseitig über dem hölzernen, verglasten Windfang des Einganges abgeschlepptem Dach. Im Giebel Sichtfachwerk als schmückendes Element. Längerer Wirtschaftstrakt mit Toreinfahrt.

 
Haus Tannenburg;  Wiesbadener Straße 63; Hahn

Um 1890 südlich außerhalb des Ortes im Wald errichtet, bis etwa 1896 Kurhotel. Das verkehrsgünstig an der Straße nach Wiesbaden gelegene Hotel entsprach damit dem zeitgenössischen Trend „zurück zur Natur" der außerhalb der Stadt Ausflugslokale und -gasthäuser entstehen ließ. Vielgestaltiges Gebäude, dessen Fassade durch den Kontrast heller Putzflächen zu Backsteinelementen und dem Zierfachwerk des Dachgeschosses belebt wird. Walmdach, Zwerchhäuser mit Krüppelwalmen; zierlicher, turmartig überhöhter Eckerker mit Haube. Über dem Sockelgeschoss nach Süden vorgesetzte Veranda mit Holzüberdachung, teilweise verglast.

 
Wilhelmstraße 7; Wehen

Giebelständiges Wohnhaus einer Hofreite am früheren nördlichen Ortsausgang. Einige Merkmale des verputzten und verkleideten Fachwerkbaues wie das über einer traufseits erhaltenen Knagge mehrseitig deutlich auskragende Obergeschoss lassen auf ein beträchtliches Alter (Entstehung vielleicht noch im 16. Jh.) schließen. Die frühe Erbauung außerhalb des Ortsberings kann auf eine ehemalige Mühle (etwa die hier seit dem 14. Jh. überlieferte Damm-Mühle) hindeuten.

Wünostraße 7; Wingsbach

Kleine Hofreite in städtebaulich prägnanter Lage an der Kreuzung in der Ortsmitte, direkt gegenüber dem Rathaus. Das wohlerhaltene Wohnhaus zeigt qualitätvolles Fachwerk des frühen 18. Jh. mit entsprechenden Zierformen wie giebelseitigem Schwellenprofil, Mannfiguren, genasten Brüstungsstreben und -kreuzen. Der Dachstuhl wurde im 19. Jh. mit Kniestock neu aufgeführt, das Dach bei der jüngsten Sanierung mit großen modernen Gauben versehen. Kleines Fachwerknebengebäude.

Evangelisches Gemeindehaus;  Zum Schwimmbad  11;  Hahn

1928 durch die evangelische Kirchengemeinde Bleidenstadt erbaut, 1930 Rudolf-Gedächtnishaus benannt zum Andenken an den gefallenen Sohn des Dekans Färber in Bleidenstadt. Anfangs wurden hier Gottesdienste abgehalten. Der kubische Bau mit Mansardwalmdach vereinigt historisierende und zeitgenössische Stilelemente. Dachzone verschiefert mit geschwungener Gaube, rückwärtiger Trakt mit Satteldach. Hölzerne Eingangsvorbauten, im Obergeschoss Fensterreihen von bandartiger Wirkung.