Haus Nassau
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um 1160
die Laurenburger nennen sich nach der von Ihnen 1120/25 erbauten Burg "Nassau"

1255



teilen sich die Brüder Walram und Otto von Nassau den Besitz, den sie von ihrem Vater ererbt hatten. Aufgrund eines Schiedsspruches zog Walram die Lahn als Grenze, und Otto, dem als jüngerem das Wahlrecht zustand, wählte den Nordteil. Walram erhielt die Gebiete südlich der Lahn mit Idstein und Weilburg. Idstein wurde seine Residenz. Diese Teilung hat das Schicksal des Hauses für immer bestimmt, denn die Trennung der beiden Linien bleibt dauerhaft.

1292-1298


Der bekannteste und bedeutendste Nassauer war Graf Adolf von Nassau, der  von 1292 - 1298 deutscher König war. König Adolf von Nassau wurde am 23. Juni 1298 abgesetzt und fiel am 2.7.1298 in der Schlacht am Hasenbühl bei Göllheim (Rheinhessen) im Kampf gegen die Österreicher unter Herzog Albrecht von Österreich.

1296
erfolgte die Grundsteinlegung für das Kloster Klarenthal im Wellritztal bei Wiesbaden durch Stiftung von König Adolf  von Nassau

1403
entsteht die Verbindung zwischen den Niederlanden und dem Hause Nassau, später Oranien-Nassau

Im Laufe der Jahrhunderte zersplitterte Nassau in immer mehr Teile und Linien wie z.B. Nassau-Weilburg, Nassau-Usingen, Nassau-Saarbrücken.

1618-1648
Im Dreißigjährigen Krieg 1618 bis 1648 bleibt Nassau neutral, ist jedoch von Truppendurchzügen betroffen.

1628 - 1632
werden in Nassau, hauptsächlich in Idstein, ca. 400 Frauen und Männer  als Ketzer und Hexen hingerichtet

1679 - 1772
Bau des Marstalls und Hofgestüts der Fürsten von Nassau-Oranien (heute Landgestüt Dillenburg)

1744
wird die Residenz wird durch Herzog Carl Wilhelm von Nassau-Usingen von Usingen nach Biebrich verlegt

1793-1801
Drangsale durch französische Truppen

9.2.1801
Frieden von Lunéville. Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich, Entschädigung durch Säkularisation.

25.2.1803

durch den Beschluß des Reichsdeputationshauptausschusses wird Nassau beherrschende Territorialmacht zwischen Sieg, Main und Rhein; der Rheingau wird nassauisches Staatsgebiet. Die nassauischen Stammlande werden um 170 Quadratkilometer vergrößert

1806









Am 30.6.1806 Annahme der Würde eines Herzogs durch Fürst Friedrich August als Senior des Hauses Nassau. Zusammenlegung von Nassau-Usingen und Nassau-Weilburg zu einem Staat = Bildung des Herzogtums Nassau. Nassau erhält durch die Mandatierung weiteren Gebietszuwachs. Das Herzogtum umfaßte das Gebiet zwischen Hoechst, Biebrich, Rüdesheim bis zur Lahnmündung, Montabaur, Hachenburg, Marienberg, Herborn, Dillenburg, Weilburg und Wetzlar. Das Herzogtum bestand bis 1866 unter folgenden Herzögen

*       1806 - 1816 Herzog Friedrich August

*       1816 - 1837 Herzog Wilhelm

*       1837 - 1866 Herzog Adolph

Am 17.7.1806



traten die Fürstentümer Nassau-Weilburg und Nassau-Usingen unter dem Druck Napoleons dem am 12.7.1806 gegründeten Rheinbund bei und wurden zum Herzogtum Nassau zusammengelegt und um Kurmainzer und Kurtrieeerer gebiete erweitert. Das Herzogtum hatte ca. 300 000 Einwohner. Die größten Städte waren Wiesbaden mit 4000 und Limburg mit 2700 Einwohnern. Wiesbaden wird Verwaltungszentrum

1806
Einführung der Religionsfreiheit

1806
Napoleon bei Herzog Friedrich August im Biebricher Schloß

1806
Das Herzogtum stellt Truppen für die Doppelschlacht Jena/Auerstädt gegen Preußen.

1807-1809









umfangrreiche Reformgesetze

Abschaffung von Steuerfreiheiten für Adlige
Abschaffung der Leibeigenschaft
Wehrpflichtgesetz
Anerkennung der Katholiken
Aufruf zur Toleranz
Einführung der Reise- und Niederlassungsfreiheit
*  Verbot körperlicher Züchtigung als Strafmittel gegen Erwachsene
*  Impfungen gegen Kinderblattern

1809

wird Ernst Franz Ludwig Freiherr Marschall von Bieberstein alleiniger Staatsminister im Herzogtum Nassau und und übernimmt die Leitung der Regierung

1809 - 1813
Feldzüge der nassauischen Truppen in Spanien

1810
Eröffnung des Kurhauses Wiesbaden

1810
muß das nassauische Heer für Napoleon in Spanien und 1812 in Rußland kämpfen

1812
macht die französische Armee auf dem Rückzug in Mainz Station

1810/11
Verordnung von Gesetzen in Anlehnung an den Code Civil

1812
Nassauische Steuerreform

23.11.1813
löst sich Nassau vom Rheinbund, vollzieht einen Bündniswechsel und tritt der Anti-Napoleon-Allianz bei.

1813
Erarbeitung der ersten eigenständigen Verfassung auf deutschem Boden durch Marschall von Bieberstein, Ibell und vom Stein

1813 rücken die russischen Kosaken und österreichischen Husaren bei der Verfolgung von Napoleon in Wiesbaden ein

1814
überschreitet Feldmarschall Blücher mit seiner Schlesischern Armee bei Kaub den Rhein

1814
erhält Nassau eine fortschrittliche Verfassung

1814
ist Goethe zu Gast bei Herzog Friedrich August im Biebricher Schloß

4./5.5.1814
Verkündung der unbeschränkten Pressefreiheit in Nassau

10.6.1815
Unterzeichnung der Wiener Bundesakte

18.6.1815 Bei der Schlacht von Waterloo kämpften die nassauischen Truppen unter Blücher, Gneisenau und dem Herzog von Wellington mit den Preußen, Russen, Österreichern und Briten gegen Napoleon. Für die nassauischen Gefallenen wurde 1865 das Waterloodenkmal auf dem Luisenplatz errichtet

1815-1819


Fortsetzung der Reformgesetzgebung unter Staatsminister Freiherr Marschall von Bieberstein und Regierungspräsident Karl von Ibell; Verwaltungsorganisation , Amtsorganisation, Gemeindeverfassung, Armenpflege, Medizinalverwaltung, Einrichtung der Silmultanschule, Aufhebung der Zunftverfassung und Schaffung der Gewerbefreiheit

1816 Hungersnot und Auswanderungswelle nach Amerika (vor allem aus dem Westerwald)

8.1.1816
Tod von Fürst Wilhelm Friedrich

24.3.1816 Tod von Herzog Friedrich August; Regierungsantritt Herzog Wilhelms

1817
Gründung des Nassauischen Zentralstudienfonds (NZF)

31.10.1817

Zusammenschluß der Lutheraner und Reformierten des Großherzogtums Nassau in Idstein (1917 wurde die St. Martinskirche deswegen in Unionskirche umbenannt)

ab 1817 Umgestaltung des Schloßparks Biebrich

3.8.1818 Wahlen der "Landstände" zur Landesdeputiertenversammlung, die Georg Herber zum Präsidenten wählen

1.7.1819 Mordanschlag auf Regierungspräsident Ibell

1.10.1819
Bekanntmachung des Karlsbader Beschlüsse für Nassau. Einführung der Pressezensur. Verfolgung von Gegnern der herzoglichen Politik
1821-1827 Gründung des Bistums Limburg

ab 1822 Dampfschiffverkehr auf dem Rhein und einsetzender Tourismus zu Bade- und Weinorten

ab 1823 Reformen im Weinbau und Gründung der "Herzoglich Nassauischen Landwirtschaftsschule" mit Weinbauabteilung und einsetzender Weinxport in das Ausland

1828 Reformen im Weinbau und Gründung der "Herzoglich Nassauischen Landwirtschaftsschule" mit Weinbauabteilung und einsetzender Weinxport in das Ausland

1830 - 1860 Beitritt zum Deutschen Zollverein

1831 Höhepunkt des Domänenstreits. Strafverfahren gegen den Lokskammerpräsidenten Georg Herber

1832/1833 Nassauische Münze am Luisenplatz Wiesbaden (heute Kulturministerium)

Der Erlös aus dem Verkauf von Mineralwasser waren enorm. Das Selterswasser aus Niederselters und und später auch aus Oberselters wird zum Verkaufsschlager und Niederselters wird im 19. Jahrhundert als berühmtester Gesundbrunnen Deutschlands bezeichnet.  Vom Selterswasser jährlich Millionen Krüge verkauft und verschickt und der Name Selters stand für Mineralwasser schlechthin.

1835 - 1841 Planungen und Bau des Stadtschlosses in Wiesbaden

11.1.1836 Beitritt zum Zollverein

1838 wird Wiesbaden zur Residenz und zur Landeshauptstadt (bis 1866) erklärt

1838 Fertigstellung der Taunus(eisen)bahn zwischen Frankfurt und Wiesbaden

20.8.1839 stirbt Herzog Wilhelm in Bad Kissingen. Thronnachfolger wird dessen Sohn Herzog Adolph von Nassau (geb. 24.7.1819)

um 1840 kommen reiche Ausländer, vor allem Engländer, nach Wiesbaden und die übrigen Bäder an Rhein und Lahn;  vom Herzogtum in Auftrag gegebene Analysen empfehlen die Wiesbadener Thermen bei Gicht, Rheuma und Hautkrankheiten, die Weilbacher und die Sodener Quellen bei Atemwegs- und Unterleibserkrankungen,  die Emser, Kronthaler und Weilbacher Quellen bei Atemwegserkrankungen, die Emser Quellen bei Verdauungs- und Harnwegeerkrankungen, die Langenschwalbacher Quellen bei Bluterkrankungen,  Frauenleiden und Nervenkrankheiten und die Schlangenbader Quellen bei Nervenkrankheiten.

22.1.1840 Gründung der Herzoglich Nassauischen Landeskreditkasse (später Nassauische Landesbank / Nassauische Sparkasse)

23.4.1840 Einweihung der Taunuseisenbahn zwischen Frankfurt und Wiesbaden

31.1.1844 Hochzeit mit der russischen Großfürstin Elisabeth Michaelowna, die am 18.1.1845 im Kindbett starb

1845 "The brunnens of Nassau and the River Lahn" von George Barnard erscheint

1848/49 Aufstände im Herzogtum Nassau

2.3.1848 Annahme der "Neun Forderungen der Nassauer" der Bürgerwehr unter der Beteiligung von August von Hergenhahn in Wiesbaden

3.3.1848 30 000 Nassauer demonstrieren vor dem Wiesbadener Stadtschloß. Herzog Adolph genehmigt die Forderungen des Volkes. Gründung von neuen Zeitungen. Bildung von Parteien. August Hergenhahn wird Ministerpräsident. Einführung des Einkammersystems. Neue Gesetze. Übernahme der Grundrechtee. Trennung von Justiz und Verwaltung.

1848/49 waren nassauischen Truppen an der Seite Preußens an der Niederschlagung der Aufstände in Baden beteiligt

1851-1854 Reaktionszeit in Nassau. Rückgängigmachung aller Errungenschaften der Revolution

ab 1859 Verfassungskonflikt der herzoglichen Regierung mit der liberalen Opposition

8.6.1860 Einführung der allgemeinen Gewerbefreiheit

1862 Bau der Marktkirche Wiesbaden, auch Nassauer Landesdom genannt

17.8.-1.9.1863 Fürstentag in Frankfürt. Besuch des Deutschen Kaisers.

1865 Der Landtag wird in einem Jahr dreimal aufgelöst.

3.7.1866 Nassau kämpfte im Deutschen Krieg zwischen Österreich - Preußen an der Seite von Österreich (Schlacht von Königgrätz) und wird nach der Niederlage von Preußen annektiert

15.7.1866 Herzog Adolph verläßt sein Land. Er darf seine Schlösser behalten und geht in das Exil nach Österreich.

8.9.1866 Herzog Adolph verabschiedet sich von seinen Truppen in Günzburg.

20.9.1866 Inkrafttreten des Gesetzes über die Einverleibung des Herzogtums Nassau in das Königreich Preußen

9.10.1866 Feierstunde auf dem Schillerplatz in Wiesbaden anläßlich der Besitzergreifung

Nach dem Deutschen Krieg zwischen Österreich - Preußen und den jeweiligen Verbündeten  wurde 1868 die preußische Provinz Hessen-Nassau aus dem ehemaligen Kurfürstentum Hessen-Kassel und dem ehemalige Herzogtum Nassau  gebildet. Neben dem preußischen Hessen-Nassau existierte im Deutschen Kaiserreich auch noch das Großherzogtum Hessen 

1869/71 Preußisches Hessen-Nassauisches Landgestüt Dillenburg

23.11.1890 konnte Adolph von Nassau die Nachfolge des niederländischen Königs Willem III. als Großherzog in Luxemburg antreten, da die oranische Linie keinen männlichen Nachfolger hatte.  Der Großherzog von Luxemburg regiert noch heute als Großherzog von Luxemburg, Herzog zu Nassau und Prinz von Bourbon-Parma.

17.11.1905 stirbt Herzog Adolph

1909 Bau des Nassauischen Landesdenkmals an der Biebricher Allee zur Erinnerung an Herzog Adolph von Nassau , dem letzten Herzog von Nassau und 1. Großherzog von Luxemburg

nach dem 1. Weltkrieg waren Wiesbaden und andere teile Nassaus französisch besetzt

1925 - 1930 besetzen die Briten Wiesbaden

1919 - 1923 extistierte in einem Gebiet zwischen Lorch und Kaub am Rhein bis nach Limburg/Lahn der sogenannte Freistaat Flaschenhals, der die neutrale Zone zwischen den Brückenköpfen Mainz und Koblenz bestand.

1944 wurden aus Hessen-Nassau zwei Provinzen, die 1945 mit den rechtsrheinischen Teilen von Hessen-Darmstadt zu Groß-Hessen vereinigt wurden. Durch die  Verfassung von 1946 wurde der Name in Land Hessen geändert. Wiesbaden erreichte nach 80 Jahren wieder den Status einer Landeshauptstadt. Der nassauische Nordwesten  wurde als Regierungsbezirk Montabaur zunächst der französischen Besatzungszone und später dem Bundesland Rheinland-Pfalz zugeschlagen.

1953 wird der Sarkophag Großherzog Adolphs in die Fürstengruft nach weilburg überführt

Als Nassauer Land werden heute ca. 3000 qm Fläche zwischen Rhein, Main und Lahn und den Orten Hausen vor der Höhe und Weilmünster bezeichnet.

2006 wird als Nassaujahr gefeiert